Diskussion:MediumBuchBuchmesse

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Die Frankfurter Buchmesse einmal mitzuerleben, war schon ein Ereignis was ich nicht missen würde wollen. Ich fand's sehr interessant: Die ganzen Verlage, die sich dort tummeln zu sehen, die Diskussionsrunden zu verfolgen und überhaupt das ganze Flair mitzuerleben.

Es war ein guter Einstieg, um mitzubekommen wie der Buchhandel jenseits von Bibliotheken und Buchgeschäften funktioniert.

Annika Bischof


Der Ausflug an die Frankfurter Buchmesse war für mich wie ein Eintauchen in ein Bücherlabyrinth, in dem ich mich sehr gerne ein bisschen verirrte. Nicht, dass es zu wenig Ausgänge gegeben hätte, sondern eher zu viele Eingänge in noch spannendere Diskussionsrunden und Büchersortimente. Schon nur das ziellose Schlendern durch die endlos langen Hallen mit den unzähligen Verlagsständen... Die Stände hätten unterschiedlicher fast nicht sein können: Da gab es die diversen Hochglanz-Verlage in den oberen Hallen, wo gut angezogene Geschäftsleute geheime Sitzungen, als Apéro getarnt, hielten; einen Stock tiefer die Verlage aus Kroatien oder Georgien, wo sich selten jemand hinverirrte. Ausser ich - und ehe ich mich versah, sass ich mitten in einer Diskussion über den Tschetschenienkrieg... Das nächste Mal, als ich aus dem Irrgarten der Buchmesse auftauchte, befand ich mich im Literaurzelt, einem Art Zirkuszelt, wo Lesungen und Diskussionen stattfanden. Ein verrückter, aber genialer Mann sang gerade ein Lied, machte sich über sich und die Welt lustig in einer Abfolge von zynischen Sprüchen über die DDR und die heuchlerische Nach-DDR-Generation... Wolf Biermann, natürlich. Nun denn, was ist mir noch geblieben? Was es heisst, als kleiner Verlag seine Arbeit zu tun. Dass Pizza am Bahnhof in Frankfurt nach Pappe schmeckt. Dass ich im Nachhinein froh war, dass Frankfurt keine Verkaufsmesse ist, weil ich sonst wohl meine Ersparnisse dort gelassen hätte, im Austausch gegen... Bücher, natürlich.

Mirjam Wenger