E-Leihe/Digital Rights Management

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Was ist Digital Rights Management (DRM)

  • (digitales) Management von Rechten digitaler Informationsgüter
  • Ansatzpunkt: Digitalisierung und Vernetzung von Inhalten
  • beeinflusst Gleichgewicht zwischen Urhebern, Verwertern, Nutzern, der Allgemeinheit
  • Haupttriebfeder: Angst von Urhebern, Verwertern vor Einkommensverlusten
  • Eigenschaften:
    • zielgenaue und flexible Zuweisung von Nutzungsrechten
    • weitgehende Transparenz des Nutzungsverhaltens
    • strikte Beschränkung auf Rechteinhaber
    • Verfolgung unberechtigter Nutzung
    • technische Schutzmassnahmen
    • Reglementierung hinsichtlich Weitergabe, Modifizierung
  • ... eine technische Lösung zur sicheren zugangs- und nutzungskontrollierten Distribution, Abrechnung und Verwaltung von digitalen und physischen Inhalten
  • Spötter sprechen auch vom Digital Restrictions Management
  • Ziel der Medienindustrie: aus Nutzern digitaler Technologien sollen Verbraucher digitaler Angebote werden
  • die Anwendungsgebiete des DRM erstrecken sich auf alle Bereiche, in denen digitale Medien/Inhalte geschützt angeboten und vermarktet werden sollen oder müssen
  • DRM und Bibliotheken: DRM stellt die Vermittlungstätigkeit von Bibliotheken in Frage. Bisher hatten diese und andere Institutionen im Rahmen der Urheberrechtsgesetzte gewisse Ausnahmerechte, um ihren Nutzern den Zugang zu Informationen und die Teilnahme am kulturellen Leben zu ermöglichen. Diese Rechte bestehen wohl auf dem Papier fort, allein die Technologie wird deren Nutzung verhindern. (Holländer S. 32 in Arbido 4/2006)

Vorteile des DRM für Anbieter von Inhalten

  • Übertragung bekannter Geschäftsmodelle in elektronische Räume und deren sichere Abwicklung
  • Schaffung von flexiblen, kundenorientierten Verwertungsmöglichkeiten
  • hohes Wertschöpfungspotential
  • Einschränkung der Verbreitung und Nutzung von Inhalten an Rechteinhaber
  • zielgenaue und differenzierte Festlegung von Nutzungsrechten
  • weitreichende Informationen über Nutzer und Nutzungsverhalten
  • rechtliche Verfolgung unberechtigter Nutzung

Vorteile des DRM für Nutzer von Inhalten

  • umfassendes Angebot von digitalen Produkten mit erweiterten Funktionalitäten
  • legaler Erwerb von differenzierten Nutzungsrechten statt pauschaler Nutzungsrechte
  • unkomplizierter Zugang und Nutzung
  • sichere Bezahlung, Verwaltung und Abwicklung der Transaktionen

DRM und Bibliotheken/E-Leihe

  • für kommerzielle Zwecke hergestellte Inhalte werden zunehmend digital und DRM-geschützt angeboten
  • die Möglichkeit, Inhalte und deren digitale Zusatzfeatures zu nutzen wird zunehmend nachgefragt
  • wie verhalten sich die Bibliotheken dazu? Es kann eine Chance für sie sein, denn Nutzungsrechte für den digitalen Medienzugang und –verleih können auch von einer Bibliothek angeboten und definiert werden
  • schwächere Stellung der Bibliothek als in "vordigitaler" Zeit – Anbieter von DRM-geschützten Inhalten müssen Bibliothek keine Lizenz erteilen bzw. können ihre Inhalte direkt den Nutzern anbieten - Bibliothek ist potentieller Konkurrent?
  • aber Nutzer werden daran interessiert sein, hochwertige digitale Inhalte problemlos, komfortabel, sicher (von der Bibliothek) zu beziehen und zu Hause zu nutzen

Anbieten von DRM-geschützten Medien über die Bibliothekshomepage zum befristeten Download

  • Beispiele für digitale Bibliotheksangebote in Deutschland und den USA
  • Komplettanbieter von DRM-geschützten digitalen Inhalten für Bibliotheken sind auf dem Markt erschienen:
  • Komplettanbieter kauft möglichst breites, attraktives Medienangebot von Verlagen, Herstellern, Labels, versieht dies mit einem auf Bibliotheken abgestimmten DRM-System und übernimmt für die Bibliotheken die komplette Verwaltung, technische Abwicklung, Statistik etc.
  • Bibliothek bietet die Online-Medien über ihre Homepage ihren Nutzern an, der diese dann via Internet von zu Hause befristet herunterladen kann – nach der Ausleihfrist bucht sich das Medium automatisch zurück und verschwindet vom Nutzer-PC
  • Nutzung kann vielfältig gestaltet sein: Ausdrucken, Brennen auf CD, kopieren auf mobile Endgeräte

Das Beispiel Digital Library Reserve (USA)

  • ist eine Tochtergesellschaft von Overdrive im Bereich digitale Bibliothek
  • hat laut eigenen Angaben 7.500 Partnerbibliotheken
  • ermöglicht es den Bibliotheken neben E-Books auch Hörbücher, Videos, Musik zum Download für die Nutzer anzubieten
  • der Angebotskatalog umfasst 40.000 E-Books, 10.000 Hörbücher, 3.000 Alben, 3.000 Filme die von 500 Unternehmen und Verlagen der Medienindustrie angeboten werden
  • Angebote für öffentliche Bibliotheken, Spezialbibliotheken, Schulbibliotheken
  • Zugang zu den Angeboten über die Homepage der Bibliothek, dabei ist die Bibliothekshomepage aber nur die Pforte zu den digitalen Inhalten, denn Digital Library Reserve übernimmt die gesamte Abwicklung, Verbuchung, Statistik, das MARC-Format wird mitgeliefert und auch Wartelisten werden verwaltet

Vor- und Nachteile der E-Leihe

  • Vorteile
    • Bibliothek ist 24/7 nutzbar
    • Zugang zu neuen Nutzergruppen
    • sehr komfortable Nutzung, keine besonderen Kenntnisse erforderlich
    • sehr effiziente Dienstleistung – kann fast komplett eingekauft werden, keine räumliche und nur geringe personelle Ressourcen nötig, komplette Erschliessung, Verwaltung, Abwicklung, Statistik über den Anbieter
    • nie mehr Mahngebühren
    • eine attraktive Ausweitung des multimedialen Angebots von Bibliotheken – insb. hinsichtlich aktueller und stark nachgefragter Medien
    • dadurch werden DRM-geschützte Inhalte auch für die Nutzer verfügbar, die sich den Kauf von regulären Lizenzen nicht leisten können
  • Nachteile
    • E-Leihe ist letztlich nur ein neues Ausleihangebot
    • wo bleiben die bibliothekarischen Dienstleistungen und Kompetenzen?

Linx

Digital Rights Management in Bibliotheken: Anwendungsbereiche und erste Erfahrungen

Downloads aus der Internet-Bibliothek

DRM bei Wikipedia

verschiedene Artikel zu DRM und Bibliotheken in Arbido 4/2006 [2]

Artikel zu den Erfahrung der British Library mit DRM im Bereich des Dokumentenlieferdienstes [3]

Informationsmaterial des Börsenvereins des deutschen Buchhandels zum Thema DRM [www.boersenverein.de/global/php/force_dl.php?file=%2Fsixcms%2Fmedia.php%2F686%2FDigitalRightsManagement.pdf]

Werbeblog von DiViBib [4]

Fernsehbeitrag von der Frankfurter Buchmesse 2007 mit Kurzstatement von DiViBib [5]

Kritische Blogdiskussionen zur Frage was die E-Leihe mit Bibliothek 2.0 zu tun hat hier und hier

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