HistCollaboratory Ausgangshypothesen

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Die Ausgangslage, bzw. die Ausgangshypothese ist in meiner Ansicht nach klar: Die medienspezifischen Eigenschaften der ICT widersprechen den hergebrachten geschichtswissenschaftlichen Gepflogenheiten. In den Geschichtswissenschaften schreiben Einzelautoren (und -autorinnen) längere, zusammenhängende, Monographien oder Aufsätze. Darin entwickeln sie Argumentationen, erläutern die Ergebnisse ihre Forschungen und vor allem, deuten die historischen Fakten. Publiziert werden diese Ergebnisse in einem qualitätssichernden und etablierten System unter Aufsicht von Fachexperten.

ICT hingegen fördern kollaborativ erstellte Publikationen, welche über schwache und unklare qualitätssichernde Instanzen verfügen. Sie tendieren zu einer Vielzahl von kleinen, bildschirmadäquaten Informationseinheiten (Micro-Content), die von den Verfasserinnen und Verfassern nicht nur beliebig verlinkt, sondern auch von den Leserinnen und Lesern in einer beliebiger Reihenfolge und Auswahl zur Kenntnis genommen werden können. Argumentationen können so nicht aufgebaut werden, die "Deutungshoheit" der Autorinnen und Autoren geht verloren.

Was sollen die Geschichtswissenschaften von ICT halten, wie auf sie reagieren? Denn die ICT halten im wissenschaftlichen Alltag Einzug und sie verändern mehr oder weniger offensichtlich die geschichtwissenschaftliche Praxis.



HistCollaboratory: Navigationspfad von Jan Hodel

--Jan Hodel 10:57, 10. Feb 2006 (CET)