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Die Bestände der Basler Universitätsbibliothek

Am 18. Oktober 2007 wurde uns von Dr. phil. I Ueli Dill ein aussergewöhnlicher Einblick in die Schätze der Basler Universitätsbibliothek gewährt. Wir bekamen Handschriften und Frühdrucke zu Gesicht, die bei einem UB-Besuch normalerweise nicht zugänglich sind. Die UB besitzt insgesamt 3 Millionen Medien. Rund 10% davon, also etwa 300'000, sind historisch, d.h. vor 1900 entstanden. 3000 zählen zu den sogenannten Frühdrucken oder Inkunabeln (von lat. cunabula: Wiege; incunabula: Windeln, erste Kindheit), womit die Drucke vor 1500 bezeichnet werden. Aus dem 16. Jh. stammen 22'000 Medien, aus dem 17. Jh. 23'500, aus dem 18. Jh. 47'000 und aus dem 19. Jh. 200'000. Der übrige Bestand, der den umfangmässig weitaus grössten Bestand ausmacht, ist erst im 20. Jh. entstanden.


Erasmus von Rotterdam und die Basler UB

Besonders stolz ist die Basler UB auf den Besitz von rund 850 Titeln, die - ganz direkt oder über den Umweg der Druckerei - aus der Hand des Erasmus von Rotterdam stammen. Dazu zählen handschriftlich verfasste Texte aus dem 15. und 16. Jahrhundert (neben wissenschaftlichen Werken auch private Notizen), Inkunabeln aus den Jahren vor 1500 und zeitgenössische Drucke des 16. Jahrhunderts.

Ein wahrer Kenner dieser Titel ist Ueli Dill. Zwar hat er sich uns als promovierter Historiker vorgestellt, dabei aber verschwiegen, zu welchem Thema er sich für seinen Doktorhut den Kopf zerbrochen hat. Wie zu erwarten ist: Es ging um Erasmus und das zwei Bände lang. Der Titel seiner 1997 der Philosophisch-Historischen Fakultät der Universität Basel vorgelegten Dissertationsschrift lautet: Prolegomena zu einer Edition von Erasmus von Rotterdam "Scholia in Epistolas Hieronymi" (s. Literaturangaben). Ueli Dill wusste denn auch über die Basler Aufenthalte von Erasmus (1514-1516, 1521-1529, 1536) viel zu berichten. Die aus der Handschriftenabteilung mitgebrachten Titel ergänzten seinen Vortrag um tief historische, ehrwürdig-gegenständliche Anschaulichkeit.

Literaturauswahl zu Erasmus von Rotterdam aus den Beständen der Basler UB

Campion, Edmund J.: Erasmus and Switzerland, in: Swiss-American Historical Society Review 39 (2003), Nr. 3, S. 5-30.

Dill, Ueli: Prolegomena zu einer Edition von Erasmus von Rotterdam "Scholia in Epistolas Hieronymi", 2.Bd.e, Basel 2004.

Friesen, Stanley R.: Paradigm of Renaissance Humanism. His influence on the Arts and Sciences in the Intellectual Revolution, Padova 2001.

Kisch, Guido: Erasmus und die Jurispudenz seiner Zeit. Studium zum humanistischen Rechtsdenken. Basler Studien zur Rechtswissenschaft 56, Basel 1960, S. 69–89.

Kreis, Georg: Die Gebeine des Erasmus. Zur mehrfachen Ein- und Ausgrabung eines Unsterblichen, in: Basler Stadtbuch, Basel 2006, S. 169-175.

Mansfield, Bruce: Erasmus in the twentieth century. Interpretations 1920-2000, Toronto 2003.

Schwarber, Karl: Die Erasmus-Ausstellung der Universitätsbibliothek Basel, in: Nachrichten VSB/SVD 12 (1936), Nr. 10, S. 82-86.

Links

Für weitergehende Recherchen können folgende Links nützlich sein:

Über das Alte Basel

[1] Hier erfährt man beispielsweise, wo Erasmus während seiner Basler Aufenthalte wohnte: Zunächst im "Haus zum Sessel“ am Totengässlein 3 (heute Pharmaziehistorisches Museum) bei Johannes Froben und später im "Haus zum Luft“ an der Bäumleingasse 18 bei dessen Sohn Hieronymus, wo er am 12.07.1536 starb.

Virtuelle Bibliothek der Basler UB

Hauptseite: [2]

Abteilung "Humanismus": [3]

Abteilung "Handschriften, Altes Buch": [4]

Abteilung "Geschichte": [5]

Materielle Bestände der Basler UB

Sammelschwerpunkte im Bereich "Geschichte": [6]

Angebot des Historischen Seminars zum Thema "Renaissance und Humanismus"

Basler Renaissance Kolloquium: [7]

Vertiefungsschwerpunkt RenaissanceN innerhalb des Geschichtsstudiums an der Universität Basel: [8]

Lehrangebot im Vertiefungsschwerpunkt RenaissanceN im Frühjahrssemester 2008: [9]