Heidelberger Erklärung

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Der Appell

Der Heidelberger Appell ist eine Initiative vom deutschen Literaturwissenschaftler Roland Reuß. Am 22. März 2009 wird der Appell in der FAZ öffentlich. Die Veröffentlichung steht im Zusammenhang mit dem Artikel „Autor darf Freiheit über sein Werk nicht verlieren “. Bis jetzt (Dez. 2009) hat der Appell über 2500 Unterzeichnende. Dazu zählen Verlage, Herausgebende und vor allem Schriftstellerinnen und Schriftsteller.

Vorgeschichte

Google Books

2004 beginnt Google mit dem Einscannen von Büchern mit dem Ziel: " die Informationen dieser Welt zu organisieren und allgemein nutzbar und zugänglich zu machen.“ Google möchte bis 2015 15 Millionen Bücher einscannen.

Open-Access

Das Konzept von Open-Access besteht in der freien Verfügbarkeit von wissenschaftlicher Literatur. Open-Access kommt auch einem vermehrten Bedürfnis nach schnelleren Publikationsmöglichkeiten nach. Gerade ForscherInnen mit einem beschränkten Zugang zu teurer Infrastruktur gelangen so an die neueste und relevante Literatur. Dabei durchlaufen die Erzeugnisse einen gleichwertigen Qualitätssicherungsstandard wie gedruckte Texte. Die Open-Access-Bewegung versteht sich auch als demokratischer Prozess zur Bereitstellung von Information.

Kritik der Initianten

Die Kritik richtet sich in erster Linie gegen Google Book Search und Open Access. Folgende Punkte werden von Roland Reuß genannt

Auf internationaler Ebene

Die Bedrohung der Grundrechte von Urhebern durch die „illegale“ Veröffentlichung auf Plattformen wie GoogleBooks und You Tube.

Auf nationaler Ebene

Im Zusammenhang mit der Kritik an Open Access wird auch die „Allianz der deutschen Wissenschaftsorganisationen“ genannt. Diese würden durch das Bewerben der Veröffentlichungsplattform Open Access, der Entwicklung in Richtung weniger Presse- und Publikationsfreiheit, Vorschub leisten. Der Heidelberger Appell richtet sich an die Bundesregierung und an die Regierungen der Länder. Diese sollen die verfassungsmäßig garantierten, individualrechtlichen Ansprüche der Urheber garantieren.

Kritik am Appell

Die Kritiker verweisen darauf, dass die gleichzeitige Kritik von GoogleBooks und Open Access wenig miteinander zu tun haben. Die Kritiker verweisen auf die öffentliche Finanzierung von wissenschaftlichen Arbeiten. Verlegt werden diese aber meist in privaten Verlagen. Ebenfalls sind die Kosten für die Autoren bei einer Verlagsveröffentlichung ein Vielfaches höher. Befürworter von Open Access sehen im freien Publizieren auch die Chance zu einer weiteren Verbreitung ihrer Werke. Das Open Access führe auch zu mehr Rechte für die Autoren, indem diese nicht an Verlage gebunden seien.

Fazit

Der Heidelberger Appell stellt auch einen grundsätzlichen Disput dar. Wie sollen die Urheberrechte zwischen Autoren, Verlagen, Google Books und Open Access neu aufgeteilt werden? Dabei wird der Heidelberger Appell primär als Manifest der Verlage angesehen. Die Kritiker sehen den Appell als „Heidelberger Postkartenidylle“ oder als Blick aus dem „Butzenglasfenster“. Dabei sehen sie das Manifest als Ausdruck eines „generation gap“, als Angst einer Generation, welche die „Sozialisation des Internets“, nicht mehr aktiv erlebt hat.