HistCollaboratoryIntro

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Das Verfassen dieses Tagungsbeitrages ist ein Versuch, sich mit dem iterativen (und öffentlichen) Vorgang eines Denk- und Schreibprozesses (oder den Schritten Analyse, Synthese und Reflexion; siehe Historische Online Kompetenz) auseinander zu setzen - und vor allem, sich der Technik und ihren Möglichkeiten aus zu setzen.

Fünf Punkte sind mir zu Beginn diese Versuches, bzw. als Auftakt zur Auseinandersetzung mit hist.collaboratory wichtig:


ICT

hist.collaboratory ist der Versuch, auf die Frage zu antworten, wie das geschichtswissenschaftliche Arbeiten (in Lehre und Forschung) durch die Praxis der neuen, digitalen Informations- und Kommunikationstechnologien verändert wird. Umgangssprachlich wird oft von "Neuen Medien" gesprochen, doch so neu sind diese auch wieder nicht. Und sie umfassen mittlerweile auch mehr als "das Internet" (was als Begriff ohnehin schon immer vage und ungenau verwendet wurde): gerade Entwicklungen im Bereich der mobilen Kommunikation haben zu einem weiteren Verwischen des Begriffs "Internet" geführt. Darum wird in der Folge von digitalen Informations- und Kommunikationstechnologien (kurz ICT) gesprochen.

Ausgangshypothese

Die Ausgangslage, bzw. die Ausgangshypothese ist in meiner Ansicht nach klar: Die medienspezifischen Eigenschaften der ICT widersprechen den hergebrachten geschichtswissenschaftlichen Gepflogenheiten. In den Geschichtswissenschaften schreiben Einzelautoren (und -autorinnen) längere, zusammenhängende, Monographien oder Aufsätze. Darin entwickeln sie Argumentationen, erläutern die Ergebnisse ihre Forschungen und vor allem, deuten die historischen Fakten. Publiziert werden diese Ergebnisse in einem qualitätssichernden und etablierten System unter Aufsicht von Fachexperten.

ICT hingegen fördern kollaborativ erstellte Publikationen, welche über schwache und unklare qualitätssichernde Instanzen verfügen. Sie tendieren zu einer Vielzahl von kleinen, bildschirmadäquaten Informationseinheiten (Micro-Content), die von den Verfasserinnen und Verfassern nicht nur beliebig verlinkt, sondern auch von den Leserinnen und Lesern in einer beliebiger Reihenfolge und Auswahl zur Kenntnis genommen werden können. Argumentationen können so nicht aufgebaut werden, die "Deutungshoheit" der Autorinnen und Autoren geht verloren.

Was sollen die Geschichtswissenschaften von ICT halten, wie auf sie reagieren? Denn die ICT halten im wissenschaftlichen Alltag Einzug und sie verändern mehr oder weniger offensichtlich die geschichtwissenschaftliche Praxis.

Vorgehen

Als Verfasser lade ich gerne Interessierte ein, ihre Meinungen, ihre Anmerkungen und ihr Wissen bei der Entwicklung dieses Textes anzubringen. Ich sehe vor, die Beiträge anderer in geeigneter Form kenntlich zu machen. Der Text versteht sich als Ausgangspunkt und Anregung, die sich auch nach der Präsentation auf der Tagung .hist06 weiterentwickeln soll und nicht mit der Abgabe an das Tagungsbüro abgeschlossen ist.

Ich würde vorschlagen, dass Anmerkungen, Ergänzungen und Kommentare am Ende von Seiten oder auf eigenen Seiten platziert werden. Als Hilfestellung für Formatierung und Verlinkungen verweise ich gerne auf die Hilfeseiten bei Wikipedia, das mit der gleichen Software arbeitet.

Da der Text wuchern wird und die Struktur bewusst relativ einfach gehalten ist, sollen hier (oder an anderer geeigneter Stelle) auch Vorschläge zur Reihung der einzelnen Inhaltsmodule, also zu einem Pfad durch den Text angebote werden.

--Jan Hodel 10:55, 10. Feb 2006 (CET)