HistCollaboratory Konzept

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Die Erkenntnisse und Überlegungen, die bei der Analyse des Zusammenhangs von ICT-gestütztem kollaborativen Schreiben und historischer Online-Kompetenz gewonnen wurden, fliessen in den folgenden Vorschlag für ein hist.collaboratory ein. Das hist.collaboratory setzt sich zum Ziel, die Autor/innen (sei es als Wreader oder als Kollaborative Schreiber/innen) und die Prozesse des "Lesens", "Schreibens" und "Redens" sichtbar zu machen. Das hist.collaboratory ist dabei nicht auf eine bestimmte technische Plattform zugeschnitten.


Transparenz

Eine Chance ICT-gestützter Formen des kollaborativen Schreibens ist die Möglichkeit, den Prozess des Lesens und des Schreibens transparent zu machen. Damit lässt sich (wie Baumgartner es für die Lehre anhand des Beispiels der Weblogs aufzeigt (1)), der Prozess sowohl von den Autor/innen als auch von Dritten besser analysieren. Dies kann auch von Nutzen sein, wenn die Autor/innen weder einen non-linearen Text schreiben, noch das Schreiben als kollaborativen Schreibprozess organisieren wollen.


In hist.collaboratory sollte es daher möglich sein, seine eigenen Lesepfade (auch durch fremde Texte) zu veröffentlichen und damit auch die Art der Wissensaneignung, das Wreading durch selektive Rezeption, abzubilden, festzuhalten und allenfalls zur Diskussion zu stellen. Diese explizit gemachten individuellen Lesepfade sind zu unterscheiden von den Softlinks, die das System aufgrund des Verhaltens der Nutzer/innen erstellt, und die eine sich durch Gebrauch verändernde Verlinkung zwischen den Informationseinheiten ermöglicht. Auch Softlinks sind ein interessantes Hilfsmittel, es müsste in hist.collaboratory aber auch möglich sein, diese softlinks zu archivieren, zu analysieren und zu reflektieren.


Prozesse des "Lesens", "Schreibens" und "Redens" sichtbar machen

Kombination

hist.collaboratory sollte auch eine Kombination von Fakten- und Deutungsebene ermöglichen. Voraussetzung dafür ist aber auch eine Verständigung darüber, dass eine Unterscheidung in faktenbasierte und deutungsorientierte Informationseinheiten in einem Hypertext sinnvoll ist. Die Informationseinheiten liessen sich unterschiedlich kennzeichnen - und entsprechend unterschiedlich in kollaborativ bearbeiten und in Hypertexten einbinden. Verschiedenen Deutungen könnten so auf die gleichen Fakten zurückgreifen (in diesem Text beispielsweise die Einheiten zu ICT oder zu Social Software), von gleichen Fakten liessen sich unterschiedliche Deutungszusammenhänge erkennen, die vielleicht von einzelnen Autor/innen erstellt wurden, aber dennoch einen kollaborativ erstellen Hypertext ergäben.

Varianten

hist.collaboratory sollte Varianten ermöglichen: sowohl bei den Lesepfaden als auch bei den Inhalten. So ist es durchaus denkbar, dass nicht nur verschiedenen Deutungsbeiträge zu einem Faktenbeitrag erstellt wird, sondern dass auch unterschiedliche Faktenbeiträge (zum Beispiel Digitale Medien oder ICT Variante ergänzend zu ICT) erstellt werden. Damit kann hist.collaboratory flexibler werden für die Darstellung spezifischer Sichtweisen, die auf unterschiedlichen Methoden oder geschichtstheoretischen Annahmen gründen. die Beiträge in hist.collaboratory müssten sich dann weniger an enzyklopädischen Vorbildern orientiern. So können auch eher die von Wikipedia bekannten Edit-Wars vermieden werden.

Dialoge

In hist.collaboratory soll auch zu dialogischem Schreiben ermutigt werden. Dialogisches Schreiben kann ein Austauschen von Argumenten, Entwickeln von Fragestellungen und Themenbereichen oder xxx im Wechsel von zwei oder mehr Autor/innen sein. Ähnliche Prozesse finden vermutlich bereits im e-Mail-Verkehr statt, doch werden dies kaum je öffentlich. Eine Ausnahme bildet der Beitrag von Monica Kalt und Jan Hodel aus dem Jahr 1997, der in xxx in Form eines e-Mail-Wechsels publiziert wurde, in Tat und Wahrheit jedoch als Word-File, das per e-mail zwischen den Autor/innen hin- und hergeschickt wurde, erstellt wurde.

In hist.collaboratory könnte dialogisches Schreiben unterschiedlich ausgestaltet sein: eine Abfolge von Beiträgen in der Form eines Blogs oder getrennter, aufeinander Bezug nehmender Bereiche in einem Wiki.


Fakultativ: verschiedene Formen der Wissens-Aneignung: kognitive Elaboration, situiertes Lernen, argumentativer Diskurs, kollektive Informationsverarbeitung (nach Fischer (1))

Literatur

  1. Fischer, Frank: Gemeinsame Wissenskonstruktion – Theoretische und methodologische Aspekte (Forschungsbericht Nr. 142). Ludwig-Maximilians-Universität, Lehrstuhl für Empirische Pädagogik und Pädagogische Psychologie, München: LMU 2001 (http://epub.ub.uni-muenchen.de/archive/00000250/ [Zugriff vom 1.2.2006])



Navigation-- HistCollaboratory: Navigationspfad von Jan Hodel --Jan Hodel 11:10, 10. Feb 2006 (CET)