Kollaboratives Schreiben

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Version vom 13. Februar 2006, 00:50 Uhr von Jan Hodel (Diskussion | Beiträge) (Kollaboratives Schreiben mit ICT)
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Ein wichtiges Element des ICT ist die Möglichkeit der Manipulation der digitalen Vorlagen, dazu gehört auch das teilweise oder vollumfängliche Kopieren. Dies gilt, laut Umberto Eco (1), insbesondere für die Schrift.

Gemeinsames Schreiben ist aber eine Praxis, die nicht erst mit dem Aufkommen von ICT an Bedeutung gewonnen hat. (Ede Lunsford) Allerdings schlägt sie in den Geschichtswissenschaften kaum als kollaborative Autorschaft durch. Noch immer zeichnen vor allem Einzelautor/innen für geschichtswissenschaftliche Publikationen verantwortlich. Ausnahmen sind auffällig (ETHistory. Zukunftsmaschine). Das heisst aber nicht, dass nicht auch in den Geschichtswissenschaften viel gemeinschaftlich geschrieben wird, es ist nur selten explizit thematisiert worden. Ohne das intensiver Gegenlesen von Texten durch Vertrauenspersonen könnten wohl viele geschichtswissenschaftliche Publikationen nicht veröffentlicht werden. Davon zeugen die Danksagungen in den Vorworten, aber auch die Erfahrungen mit eigenen Publikationsprojekten.


Arten des gemeinsamen Schreibens

Es gibt verschiedene Formen, wie gemeinsames Schreiben stattfinden kann:

  • Kommunikation(Verständigung, Austausch über Inhalte)
  • Konzeption (gemeinsames Erarbeiten der Strukturen und Grundaussagen
  • Kooperation (verteiltes Schreiben, z.B. kapitelweise)
  • Kollaboration (Versioning: Bearbeiten des gleichen Textes nacheinander; Parallel: wechselseitiges, gemeinsames Erarbeiten des Textes)


Hierarchisch vs. Dialogisch

Es gibt auch unterschiedliche Modi der Verteilung Gestaltungseinflusses: Hierarchisch und dialogisch (Ede/Lunsford). Hierarchisch: eine Person verantwortet und koordiniert. Dies ist vielfach in den naturwissenschaftlichen Publikationen, bei welchen viele Mitarbeiter Beiträge beisteuern und diese von einer Person, die den Lead hat, koordiniert wird. Kann auch heissen, einer entscheidet, andere arbeiten. In den Geschichtswissenschaften wird in der Regel vor allem


Kollaboratives Schreiben mit ICT

Als Sonderform des Kollaborativen Schreibens kann das Kollaborative Schreiben mit ICT gelten. Darin kann man zurzeit unterscheiden zwischen Weblogs, Foren und Wikis. Bei Wikis ist der Fall Wikipedia von besonderem Interesse, da er viel Aufmerksamkeit auf sich zieht, sehr grosse Untersuchungsbasis bietet. (Wikipedia hat gewisse interessante Eigenschaften: anonyme Teilnehmende, die aber dem Projekt stärker den Stempel aufdrücken und zu Mainstream führen, http://everything2.com bietet mit dem Rating-System der Teilnehmenden eine andere Feedback-Kultur.) Hierzu gehört auch die erste ICT-gestützte Kollaboration, die live vorgeführt wurde: die Präsentation des System NLS von Douglas C. Engelbart von 1968 http://sloan.stanford.edu./MouseSite/1968Demo.html

Kollaboratives Schreiben als Teil gemeinsamer Wissensproduktion

Die Chancen und Möglichkeiten gemeinsamer Wissensproduktion hat die Pädagogik seit längerer Zeit interessiert. Daraus entstanden auch Modelle des Computer Supported Collaborative Work (CSCW) oder des Computer Supported Collaborative Learning (CSCL), die in der aktuellen Diskussion um vielversprechende didaktische Szenarien für den Einsatz von ICT in der Lehre hoch gehandelt werden.


Literatur

  1. Wenz, Karin: "Zeichen lesen: Hypertext revisited", in: Hess-Lüttich, Ernest W.B. (Hg.): Medien, Texte und Maschinen. Angewandte Mediensemiotik, Frankfurt a.M./Bern/New York: Lang 2001, 91-104, S. 91
  2. Ede, Lisa; Lunsford, Andrea: Singular texts/plural authors. Perspectives on collaborative writing, Carbondale: Southern Illinois University Press 1992
  3. Dillenbourg, Pierre (Hg.): Collaborative Learning: Cognitive and Computational Approaches, Amsterdam: Pergamon 1999
  4. Fischer, Frank, Waibel, Mira Chr.: "Wenn virtuelle Lerngruppen nicht so funktionieren wie sie eigentlich sollten", in: Rinn, Ulrike, Wedekind, Joachim: Referenzmodelle netzbasierten Lehrens und Lernens. Virtuelle Komponenten der Präsenzlehre, Münster: Waxmann 2002, S. 35-50
  5. Fischer, Frank: Gemeinsame Wissenskonstruktion – Theoretische und methodologische Aspekte (Forschungsbericht Nr. 142). Ludwig-Maximilians-Universität, Lehrstuhl für Empirische Pädagogik und Pädagogische Psychologie, München: LMU 2001 (http://epub.ub.uni-muenchen.de/archive/00000250/ (Zugriff vom 1.2.2006))



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--Jan Hodel 14:59, 10. Feb 2006 (CET)