Learning2.0: Unterschied zwischen den Versionen

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In kleineren Bibliotheken ist das Lernprogramm allerdings schwieriger durchsetzbar: es verlangt doch gewisse finanzielle Mittel und Kompetenzen, die nicht immer zur Verfügung stehen. Ausserdem beruht es auf einer Mischung von Kooperation und Konkurrenz, was in einer kleinen Gruppe nicht gleich entstehen kann.
 
In kleineren Bibliotheken ist das Lernprogramm allerdings schwieriger durchsetzbar: es verlangt doch gewisse finanzielle Mittel und Kompetenzen, die nicht immer zur Verfügung stehen. Ausserdem beruht es auf einer Mischung von Kooperation und Konkurrenz, was in einer kleinen Gruppe nicht gleich entstehen kann.
  
Das Lernprogramm bleibt aber weiterhin von Interesse, sogar für Einzelpersonen. Dies bestätigen die immer noch gut besuchte Seite von [http://www.43things.com/things/view/892799/learn-about-the-learning-20-program-httpplcmclearningblogspotcom 43Things] oder die Übersetzungen des Programms, die unabhängig von einer bestimmten Institution gemacht worden sind (Beispiele: auf [http://wiki.netbib.de/coma/Learning2.0 Deutsch], auf [http://23cosas.dmaweb.info/ Spanisch]).
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Das Lernprogramm bleibt aber weiterhin von Interesse, sogar für Einzelpersonen. Dies bestätigen die immer noch gut besuchte Seite von [http://www.43things.com/things/view/892799/learn-about-the-learning-20-program-httpplcmclearningblogspotcom 43Things] sowie die Übersetzungen des Programms, die unabhängig von einer bestimmten Institution gemacht worden sind (Beispiele: auf [http://wiki.netbib.de/coma/Learning2.0 Deutsch], auf [http://23cosas.dmaweb.info/ Spanisch]).
 
Das Interesse geht auch über die Bibliotheken hinaus: das Programm wurde beispielweise an Eltern empfohlen, die die Welt ihrer Kinder besser verstehen möchten [http://blogs.law.harvard.edu/digitalnatives/2008/03/05/where-the-wild-things-are-8-links-for-parents]!
 
Das Interesse geht auch über die Bibliotheken hinaus: das Programm wurde beispielweise an Eltern empfohlen, die die Welt ihrer Kinder besser verstehen möchten [http://blogs.law.harvard.edu/digitalnatives/2008/03/05/where-the-wild-things-are-8-links-for-parents]!
  

Version vom 25. März 2008, 18:46 Uhr

Learning 2.0 Logo auf http://plcmclearning.blogspot.com

Learning 2.0 ist ein Lernprogramm, das von Helene Blowers an der Public Library of Charlotte and Mecklenburg County (PLCMC) in North Carolina im Sommer 2006 entwickelt wurde, um ihre Bibliotheksmitarbeitende zu motivieren, sich mit den neuen Diensten des Web 2.0 auseinanderzusetzen. Das Programm wurde in zahlreichen Bibliotheken übernommen, vor allem in Nord Amerika und in Australien.

In Europa wurde das Programm bis jetzt in Holland, England und den skandinavischen Länder eingeführt (Karte).

Wegen des grossen Erfolges, veröffentlichte Helene Blowers weitere Lernsequenzen unter der Bezeichnung Learning 2.1. Mittlerwielen entwickeln ihre Kollegen der PLCMC dieses Programm weiter.

Im März 2008 erhielt Helene Blowers eine Auszeichnung von der LITA (Library and Information Technology Association, einer Sektion der American Library Association) für ihr Engagement in der Bibliothekswelt. [1]

Das Projekt

Der Kontext

Die PLCMC ist ein grosses Netz von öffentlichen Bibliotheken im Charlotte Mecklenbourg County, das 24 Standorte zählt und mehr als 500 Mitarbeiter beschäftigt.

Die Fachkompetenzen der Mitarbeitende wurden im Jahre 2006 durch ein zweiteiliges Programm gefördert. Einerseits wurden technischen Kenntnisse vermittelt, die die Mitarbeitende in die Lage versetzen sollten, ihre tägliche Arbeit effizienter zu erledigen (Core Competencies). Anderseits sollte der Umgang mit neu erscheinenden Technologien vertraut gemacht werden, insbesondere mit denjenigen die kollektiv als "Web 2.0" bezeichnet werden. Nach einem ersten Versuch eine klassische Lehrveranstaltung in Klassenräumen durchzuführen, wurde das Selbstentdeckungsprogramm Learning 2.0 entworfen. Mit dieser Ausbildungsform konnte eine grössere Anzahl Mitarbeitende erreicht werden und die rasche Entwicklung der vorgestellten Produkte konnte auch besser berücksichtigt werden [2].

Das Programm

Das Programm erschien online in Form eines Blogs während 8 1/2 Wochen. Jede Woche wurde ein neues Thema vorgestellt mit entsprechenden Übungen, den "23 Things". Jeder Mitarbeiter der PLCMC konnte im Rahmen eines Wettbewerbes mitmachen und wer bis ans Ende dabei blieb, erhielt sogar eine Prämie.

Ausgangspunkt war ein Artikel von Stephen Abraham über 43Things gewesen. Von seiner Liste wurden 23 "Dinge" gewählt und in kleinen Entdeckungsübungen umgewandelt. Jedes "Ding" wurde durch einen kleinen Text eingeführt und durch Bilder oder Videos illustriert, sowie durch einen Podcast von Helene Blowers selbst kurz kommentiert. Ein paar Links zur Vertiefung sowie Tips zur Erfüllung der Übung ("Discovery Resources") bildeten die Anleitung zur Übung selbst (“Discovery Exercise"). Die Teilnehmer sollten dann über ihre neuen Erfahrungen immer einen kurzen Bericht in ihren persönlichen, gegenbenfalls extra für das Programm erstellten Blog schreiben. Um beim Wettbewerb mitzumachen, sollten sie ihre Fortschritte zusätzlich auf einen Tracking Log auf dem Intranet der Bibliothek speichern.

Es wurde ein unerwarteter Erfolg: mehr als 350 MitarbeiterInnen stiegen ins Programm ein und entwarfen einen eigenen Blog, 165 davon schlossen es auch ab und wurden mit einem MP3-Spieler belohnt.

Eigenschaften

Unter den verschiedenen Produkten und Technologien, die eingeführt wurden kann man z.B. Flickr, RSS-Feeds, Librarything, Del.icio.us, Wikis und Podcasts zitieren. Eigentlich stehen nur wenige "Dinge" im direkten Zusammenhang mit den Bibliothekstätigkeiten, wie z.B. Thing 15, die Bibliothek 2.0-Debatte, oder Thing 22., das Herunterladen von Audiobooks.

Wirklich interessant am Programm sind aber nicht die Produkte, die den TeilnehmerInnen vorgestellt werden, sondern die Möglichkeit, die Gewohnheiten der zukünftigen und auch schon heutigen Informationsbenutzer kennenzulernen, für welche freie Zugänglichkeit, Partizipation und eine spielerische Art mit Daten umzugehen selbstverständlich sind. Ziel ist, dass die Bibliotheksmitarbeiter die Grundregeln dieser neuen sogenannten "Remix Kultur" verstehen und dabei auch mitmachen können.

Learning 2.0 entspricht natürlich auch diesen Kriterien:

Freie Zugänglichkeit

Learning 2.0 ist nicht nur frei benutzbar, es ist auch frei wiederverwendbar.

Das Programm wurde als Blog konzipiert und basiert ausschliesslich auf frei benutzbaren Produkten , so dass auch alle Interessierten ausserhalb der PLCMC mitmachen konnten, allerdings ohne weitere Belohnung als ihre neuen Kenntnisse... Das gesamte Lernmaterial ist auf populären freien Webseiten gehostet, die die Teilnehmer dann auch besser kennenlernen sollten. Die "externen" Teilnehmer konnten ihre Fortschritte auf einer bereitgestelleten Liste bei 43Things erfassen.

Zudem wurde das Programm unter Creative Commons lizensiert, so dass es auch in weiteren Bibliotheken wieder durchführbar ist. Als Unterstützung teilt Helene Blowers in ihrem persönlichen Blog ganz offen ihre Erfahrungen und ein paar "Benutzungshinweise" mit (Best practices; Steal-this-idea-update; De-PLCMC-izing the exercises).

Partizipation und Remix Kultur

Die Teilnehmer sollen aktiv mitmachen. Sie sollen einen Blog erstellen und pflegen, mit Bildgeneratoren spielen, eine eigene Suchmaschine kreieren, usw. Gleichzeitig sollen sie die Erfahrungen ihrer Kollegen beobachten, ihre Blogs lesen und Kommentare hinterlassen. Auf dem Learning 2.0 Blog selbst sind manchmal auch Diskussionen entstanden (Beispiele: Thing 7, Thing 16).

Helene Blowers hat für ihr Lernprogramm nicht alles selbst entworfen, sondern auch auf andere Blogeinträge oder Videos, die sich mit Web 2.0 befassen, verwiesen (Beispiele: Thing 8 : ein RSS-Tutorial, Thing 14 : ein Technorati-Video).

Ebenso liess sie ihren Blog von externen Beiträgen ergänzen, wie z.B. mit der Karte der Bibliotheken, die ein ähnliches Programm durchführen, die durch eine externe Bibliothekarin erstellt wurde und auch weiter aktualisiert wird [3].

Spielerische Art mit Daten umzugehen

Dieser Aspekt wurde von Helene Blowers immer wieder in ihrem persönlichen Blog, aber auch in ihren Vorträgen über Learning 2.0 als einer der wichtigsten Grundsätze ihres Lernprogramms betont [4] [5]. In Learning 2.1 steht dieser Grundsatz dann auch an vorderster Stelle.

In Learning 2.0 besteht das zweite "Ding" des Programms in der Entdeckung der Grundsätze des lebenslangen Lernens, deren letzter "Play!" heisst. Während des Programms wird dieser Rat immer wiederholt und es gibt sogar eine Play-Woche. Der Stil des Blogs selbst ist eher witzig, das Lay-out könnte allerdings noch ein bisschen heiterer sein.

Erfolg und Stärke des Projekts

Das Projekt war nicht nur an der PLCMC ein grosser Erfolg sondern auch ein weltweiter Erfolg. Es wurde in zahlreichen Artikeln und Blogeinträgen kommentiert und wie bereits erwähnt in zahlreichen Bibliotheken eingeführt. Eine Suche in Google mit "Learning 2.0 23 Things" ergibt mehr als 200'000 Ergebnisse !

Folgende Stärken des Programms sind aufzuzählen:

  • Es wurde für ein sehr breites Zielpublikum entworfen und auch so konzipiert, dass es niemanden abschreckt. Die Übungen sind einfach gestaltet und immer mit Anleitungen verbunden. Die Teilnehmer werden nicht bewertet. Es besteht die Möglichkeit anonym mitzumachen, so dass man nicht plötzlich in die Öffentlichkeit auftreten muss.
  • Es ist eine kostengünstige Lösung: es braucht wenige Einrichtungen (keine Lehrveranstaltungen, kein zusätzliches Material oder Software).
  • Es ist an die eigenen Bedürfnisse jeder Institution anpassbar, sowohl was den Inhalt als den Schwierigkeitsgrad betrifft.
  • Es erhöht die Teamfähigkeit der Mitarbeitenden, die darauf hingewiesen werden, sich gegenseitig zu helfen und untereinander zu kommunizieren.


Auf die Belohnungsprämie dürfte verzichtet werden, wenn diese als zu wenig seriös empfunden wird. Helene Blowers empfehlt sie zwar [6] aber erklärt auch, dass die Teilnehmer sich mehr über ihre neuen Kenntnisse und das gestärkte Selbstvertrauen freuen, als auf ein neues Gadget [7].

In kleineren Bibliotheken ist das Lernprogramm allerdings schwieriger durchsetzbar: es verlangt doch gewisse finanzielle Mittel und Kompetenzen, die nicht immer zur Verfügung stehen. Ausserdem beruht es auf einer Mischung von Kooperation und Konkurrenz, was in einer kleinen Gruppe nicht gleich entstehen kann.

Das Lernprogramm bleibt aber weiterhin von Interesse, sogar für Einzelpersonen. Dies bestätigen die immer noch gut besuchte Seite von 43Things sowie die Übersetzungen des Programms, die unabhängig von einer bestimmten Institution gemacht worden sind (Beispiele: auf Deutsch, auf Spanisch). Das Interesse geht auch über die Bibliotheken hinaus: das Programm wurde beispielweise an Eltern empfohlen, die die Welt ihrer Kinder besser verstehen möchten [8]!

Heute wird sehr viel über das Thema "Bibliothek 2.0" gesprochen und geschrieben. Alle sind sich einig, dass Bibliotheken und Bibliothekaren sich an die neue Informationswelt anpassen müssen. Das Projekt von Helene Blowers bildet ein konkreter Schritt in diese Richtung. Seine grosse Stärke ist, dass es nicht nur "2.0-artige" Beispiele vorstellt, sondern selber "2.0-artig" ist.

Literatur und Links

Zum Programm :

Blowers, Helene and Reed, Lori, "The C’s of Our Sea Change: Plans for Training Staff, from Core Competencies to LEARNING 2.0" in Computers in Libraries, Vol. 27, No. 2, Feb. 2007 [9]

Interview von Helen Blowers bei Michael Stephens

Helen Blowers bloggt über Learning 2.0

Ishizuka, Kathy, "Come Blog with Me: NC library encourages staff to play in 2.0 sandbox", in School Library Journal, 01.09.2006 [10]

Hanly, Beverly, "Public Library Geeks Take Web 2.0 to the Stacks", in Wired, 29.03.07 [11]


Zur Selbstentdeckungsmethode :

Darrow, Rob, "Do the 23 Things!", in The Big6 Newsletter, 2007, Vol. E8, 3 [12]


Weitere Erfahrungen mit dem Projekt in weiteren Bibliotheken (Beispiele) :

Abram, Stephen, "15 Minutes a Day: A Personal Learning Management Strategy", in Information Outlook, Feb. 2007 [13]

Hastings, Robin, "One library trains staff on the social tools users employ", in Library Journal, 4/15/2007 [14]

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