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(Was ist Second Life)
(Bibliotheken in Second Life)
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==Bibliotheken in Second Life==
 
==Bibliotheken in Second Life==
Neben Bildungsinstitutionen sind auch Bibliotheken in SL vertreten.
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Neben Bildungsinstitutionen (etwa die [http://slurl.com/secondlife/ETH%20Zurich/189/69/34 ETH]) sind auch Bibliotheken in SL vertreten. Eine deutschsprachige Bibliothek ist in SL bisher noch nicht zu finden (Tan, 2007: S.64). Bei den meisten Bibliotheken handelt es sich um amerikanische Bibliotheken. Beim weitaus grössten Teil davon dürfte es sich um Public Libraries handeln.  
Eine deutschsprachige Bibliothek ist in SL bisher leider noch nicht zu finden (Tan, 2007: S.64). Bei den meisten Bibliotheken handelt es sich um amerikanische Biliotheken. Ein grosser Teil davon dürften die Public Libraries ausmachen.  
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Die meisten Bibliotheken haben sich mit anderen zusammen auf sogenannten Inseln, einem gemeinsamen Stück Land, zusammengeschlossen zum Beispiel auf "InfoIsland". Hier bieten sie gemeinsam ihre Services an. Die Bibliotheken lassen bei der Präsentation in der virtuellen Welt ihre Fantasie walten, sodass ihre Gebäude meist nicht 1:1 den realen Gebäuden nachempfunden sind. Dennoch statten die meisten ihren Innenräume in SL ähnlich wie die realen Bibliotheken aus, sodass der Besucher sofort erkennt, dass man sich in einer Bibliothek befindet. In den virtuellen Räumlichkeiten finden sich daher meistens Bücherregale, Informationdesks und Computer, wie im realen Leben. Natürlich befinden sich auch BibliothekarInnen in SL, Atavare, hinter denen professionelle Bibliothekarinnen stehen.  
Die meisten Bibliotheken haben sich mit anderen zusammen auf sogenannten Inseln, einem gemeinsamen Stück Land, zusammengeschlossen zum Beispiel auf "Infoisland". Hier bieten sie gemeinsam ihre Services an.
 
Die Bibliotheken lassen bei der Präsentation in der virtuellen Welt ihre Gebäude nicht 1:1 den realen Gebäuden nachempfinden. Dennoch statten die meisten ihren Innenräume in SL ähnlich wie die realen Bibliothek aus, damit man sofort erkennt, dass man sich in einer Bibliothek befindet. In den virtuellen Räumlichkeiten finden sich so meistens Bücherregale und Computer, wie im realen Leben. Natürlich befinden sich auch BibliothekarInnen in SL, Atavare, hinter denen professionelle Bibliothekarinnen stehen.
 
 
[[Bild:Infoisland.jpg|thumb|right|200px|Besuch auf Infoisland in SL]]
 
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Version vom 23. März 2008, 13:10 Uhr

Was ist Second Life

Second Life (abgekürzt SL) ist eine virtuelle dreidimensionale Parallelwelt, welche von der amerikanischen Firma Linden Lab 2003 ins Leben gerufen worden ist. Alle interessierten Personen, die über 18 Jahre alt sind (für jüngere gibt es Teen Second Life), können kostenlos am virtuellen Leben teilnehmen. Dazu muss nur die Software von Linden Lab auf dem Computer installiert werden und eine Verbindung zum Internet bestehen. Danach kann ein virtuelles Alter Ego, ein sogenannter „Atavar“ erstellt werden, welcher sich von der Wahl des Geschlechts bis hin zu den kleinsten Details nach eigenen Vorstellungen gestalten lässt. Die dreidimensionale Welt, in die man mit dem Atavar eintaucht, ist einem stetigen Wandel unterworfen, denn die Benutzer können auf einfache Weise selbst Gebäude und Gegenstände erschaffen. Gegen eine monatliche Gebühr können die Benutzer sogar Land in der virtuellen Welt kaufen und sich sein permanentes Domizil einrichten. Von dieser Möglichkeit haben neben privaten Benutzern auch viele Firmen und Bildungsinstitutionen Gebrauch gemacht und eine Filiale in SL eingerichtet. Neben dem Marketingeffekt, der dadurch entstand (etwa Pressereaktionen in der realen Welt), lässt sich damit auch reales Geld verdienen. SL hat nämlich seine eigene Währung, die Linden Dollars. Benutzer von Second Life können reales Geld in dies Lindendollars tauschen und damit in der virtuellen Welt Gegenstände, die andere programmiert haben, kaufen.
Im Juni 2007 hatten sich bereits über 7 Millionen User bei SL registriert, wobei längst nicht alle von diesen registrierten Usern auch aktiv in SL blieben (Tan, 2007: S. 1). Pro Woche loggen sich nach Angaben von LindenLab rund 500'000 Personen ein (Aktuelle Statistiken). Das sensationelle Wachstum der letzten Jahre ist seit dem 3. Quartal 2007 jedoch etwas abgeflaut. Einige Firmen, wie etwa die Deutsche Post haben sich bereits aus der virtuellen Welt wieder zurückgezogen [1]. SL scheint aber immer noch weiter zu wachsen.

Bibliotheken in Second Life

Neben Bildungsinstitutionen (etwa die ETH) sind auch Bibliotheken in SL vertreten. Eine deutschsprachige Bibliothek ist in SL bisher noch nicht zu finden (Tan, 2007: S.64). Bei den meisten Bibliotheken handelt es sich um amerikanische Bibliotheken. Beim weitaus grössten Teil davon dürfte es sich um Public Libraries handeln. Die meisten Bibliotheken haben sich mit anderen zusammen auf sogenannten Inseln, einem gemeinsamen Stück Land, zusammengeschlossen zum Beispiel auf "InfoIsland". Hier bieten sie gemeinsam ihre Services an. Die Bibliotheken lassen bei der Präsentation in der virtuellen Welt ihre Fantasie walten, sodass ihre Gebäude meist nicht 1:1 den realen Gebäuden nachempfunden sind. Dennoch statten die meisten ihren Innenräume in SL ähnlich wie die realen Bibliotheken aus, sodass der Besucher sofort erkennt, dass man sich in einer Bibliothek befindet. In den virtuellen Räumlichkeiten finden sich daher meistens Bücherregale, Informationdesks und Computer, wie im realen Leben. Natürlich befinden sich auch BibliothekarInnen in SL, Atavare, hinter denen professionelle Bibliothekarinnen stehen.

Besuch auf Infoisland in SL

Angebote von Bibliotheken in SL

Je nach Bibliothek sind die Angebote unterschiedlich. (Tan, 2007: S. 62 und 78) [2] [3]

Meistens werden in diesen Bibliotheken Links zu den Webseiten der Bibliotheken angeboten, die sich dann wie gewohnt im Browser des eigenen Computers öffnen, man verlässt dabei die virtuelle Welt. Einige Bibliotheken bieten auch gescannte Bücher an, die mit der Titelaufnahme im OPAC verbunden sind. (Tan, 2007:S.49). Oder man kann sie sogar durchblättern und auch lesen (Tan, 2007: S. 47-49) Darüberhinaus sind folgende Angebote denkbar und teilweise bereits realisiert

  • Streaming Videos, oder Potcasts
  • Seminare
  • Diskussionen über Bücher
  • Lesungen
  • Virtuelle umgesetzte Bücherwelten, wo man durch die Welt eines Romans spazieren kann (walk-in-books)
  • Musik- und Theaterveranstaltungen
  • Wettbewerbe
  • Konferenzen
  • Seminare
  • Bibliotheksführungen
  • Bibliothekschulungen
  • gesellschaftliche Veranstaltungen z. Bsp. Musik- und Theaterveranstaltungen, Kunstaustellungen
  • Bibliothekarische Fort- und Weiterbildungen
  • Spiele
  • Zugang zu Datenbanken

Vorteile von SL für Bibliotheken

Kommunikationsmöglichkeiten in SL

In SL kann man chatten, e-mailen, bloggen, RSS Feeds lesen, Podcasts hören oder Videos ansehen und jeweils auch selbst produzieren. Alle Informationen können sowohl konsumiert als auch produziert werden (Tan, 2007: S.76). Sogar mit der eigenen menschlichen Stimme kann man miteinander kommunizieren. Darüber hinaus bieten die Atavare Gesten an und können die menschlichen Emotionen darstellen. Laut Tan (Tan, 2007: S.42-45) ist die Kommunikation in SL der selbst der Kommunikation eines Videochats, der die realen Gesichtern darstellen kann, überlegen. Denn SL bietet den Vorteil, dass bis zu 50 Teilnehmer sich im selben virtuellen Raum gemeinsam aufhalten können, obschon sie sich auf verschiedenen Kontinenten aufhalten, was beim Videochat nicht möglich ist. Die Kommunikation ist überdies frei von Ängsten (Tan, 2007: S.74 ) und Diskriminierung. Da die Benutzer ihr Aussehen selbst wählen können, wird niemand aufgrund seines Aussehens oder Geschlechts diskriminiert (Tan, 2007: S.72-73)

Lernformen

In SL kann man spielerisch Lernen und Wissen hervorragend vermitteln. So kann in der virtuellen 3D-Welt Wissen vergegenständlicht werden.

Marketingeffekt

Mit dem Auftritt in SL erreicht man eine grosse Zahl (auch bibliotheksferne) Menschen. Die virtuelle Präsenz ermöglicht es einem ein Bild seiner Institution nach eigenen Vorstellungen zu modelieren.

Nachteile von Bibliotheken in SL und Kritik

Neben der allgemeinen Kritik an SL (Macht von LindenLab, mangelhafte Systemstabilität, schlechte Grafik, Gefahren für die Gesellschaft etc.) als solchen gibt es auch einige kritische Punkte und Nachteile von SL, die besonders die Auftritte von Bibliotheken in SL betreffen

Umständlicher Weg zur Information

  • Information wird nur genutzt, wenn sie einfach zu erreichen ist. In SL ist es sehr kompliziert gezielt an die Information zu kommen, die man sucht. Zuerst muss man SL installieren, dann die Bibliothek finden, schliesslich innerhalb der Bibliothek suchen und dann die Informationsquelle (etwa eine Datanbank) selbst durchsuchen.
  • SL widerspricht den Tendenzen des übrigen Internets: Die meisten Web2.0 Anwendungen sind sehr schlicht gehalten, erlauben den Zugang von überall her, sind unabhängig vom eigenen Arbeitsplatz und installieren höchstens ein kleines Browserplugin. SL muss erst installiert werden und kann nicht von jedem Computer aus genutzt werden.

Globalität

  • Globale Kundschaft: In SL finden sich Leute aus der ganzen Welt. Weshalb soll also eine lokal finanzierte Bibliothek sich um ein globales Publikum kümmern?
  • Kosten und Nutzen: Zwar ist es relativ kostengünstig Land in SL zu mieten. Die Programmierung einer eigenen Bibliothek ist auch relativ einfach. Die Präsenz zu unterhalten, oder gar mit Bibliothekaren anwesend zu sein, kostet viel im Verhältnis zum Nutzen. Eine Bibliothek in SL muss nämlich einen 24h-Betrieb haben, wenn sie wirklich die Kommunikationsvorteile nuten möchte. SL wird aber unabhängig von der Lokalzeit von Benutzern besucht. Ist sie das nicht, dann kann sie auch die gelobten Kommunikationsmöglichkeiten nicht anbieten. Einen blossen E-mail Link anzubieten ist nämlich noch kein Mehrwert an Kommunikationsmöglichkeiten

Technisches

  • In SL gibt es nichts, was nicht auch auf einer eigenen Website realisiert werden könnte (3D-Rundgänge, Kommunikationsmöglichkeiten, Wissen zum Anfassen, digitale Bücher etc.) und zugleich leicht und gezielt erreichbar wäre.
  • Die schlechte Bildqualität in SL verunmöglicht es Texte in angenehmer Form zu präsentieren geschweige denn zu lesen.
  • Die Verlinkung ins Web (etwa zum OPAC, der eigenen Bibliothekswebseite, oder Volltexten zum Gutenbergprojekt ist zu umständlich und ist ohne Umweg über SL leichter zu erreichen.


Fazit

SL ist eine interessante und unterhaltsame Spielwiese. Für einige Firmen mag SL zudem unter Marketingaspekten durchaus etwas zu bieten haben. In der Form, wie SL zur Zeit angeboten wird, ist ein Mehrwert für Bibliotheken nicht sichtbar, denn: Was soll einen Benutzer dazu bringen erst den Computer mit Software zu beladen, die zudem ständig ein Update braucht, und enorm langsam ist, sich einloggen und dann eine Recherche nach der Bibliothek mache und dann nochmals in der Bibliothek eine Recherche, wo er einen Link kriegt zu einer Information seiner eigenen Bibliothek, die er innert weniger Sekunden aus seinen Favoriten geholt hätte oder aber bei Google gefunden hätte. Auch die Kommunikation verbessert sich nicht wesentlich. Emotionen werden von den Atavaren nicht automatisch ausgedrückt, sondern müssen vom User befohlen werden. Für Bibliotheken bietet SL aber eine Fülle von Anregungen, wie man mit Hilfe von virtuellen 3D- Welten das Bibliotheksangabot verbessern könnte. Die Vergegenständlichung von Wissen in Form von 3D Animationen etwa ist bestimmt sehr nützlich. Auch denkbar wäre eine virtuelle fraktale Bibliothek, in denen die Bestände anders geordnet sind, als in der realen Bibliothek. Allerdings müssten diese Angebote über die Website der Bibliothek zugänglich sein, um nicht eine komplizierte Stufe dazwischen überwinden zu müssen. Auch die meisten Kommunikationsformen, die Second Life anbietet, können über eine Bibliothekswebseite viel einfacher angeboten werden.

Links

Bibliotheken in Second Life

  • Liste von Bibliotheken, die in SL vertreten sind [4]
  • Public Library in Teen SL [5]
  • Developing Library Systems in SL [6]
  • kritische Kommentare und prognostiziertes Ende von SL [7] [8]
  • Netbib zum SL und Bibliotheken [9]
  • Impressionen (Fotostrecke) von Infoisland in Second Life [10]

Videos zu Bibliotheken in SL

University of Kentucky. Videopreview einer Ausstellung in SL[11]


Allgemeines zu Second Life

  • Hier geht es zur deutschen Seite von Second Life
  • Wikipedia zu Second Life [12]

Literatur

  • (Tan 2007) Tan, Jin. Bibliotheken in Second Life. Diplomarbeit FH Potsdam 2007. Download PDF

Verlagspubl.: Wiesbaden: Dinges & Frick 2008 (B.I.T.online INNOVATIV; Bd. 17) [ISBN 978-3-934997-20-2]

  • (Tan 2007,31) Tan, Jin. Virtualisierung - was machen die Bibliotheken? IN: Bibliothek 31.2007 Nr. 2.


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